Kooperation

Pharmariese Merck & Co will Schering-Plough schlucken

Der US-Pharmakonzern Merck & Co will für rund 41,1 Milliarden Dollar den kleineren Rivalen Schering Plough übernehmen.

Beide Konzerne haben deutsche Wurzeln, die bei Merck & Co sogar bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Die wichtigsten Fakten zu Merck & Co:

Therapiegebiete
Merck & Co entwickelt Arzneien gegen eine Vielzahl von Krankheiten. Zu den Gebieten gehören unter anderem Alzheimer, Diabetes, Artheriosklerose, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Krebs, Schmerzen, Schlafstörungen, Atemwegserkrankungen. Die Cholesterinsenker Vytorin und Zetia vertreibt Schering-Plough zusammen mit Merck & Co in einem Joint Venture. Dazu kommen die Felder Impfstoffe und Tiergesundheit.

Top Medikamente
Zu den wichtigsten Medikamenten gehören das Blutdruckmittel Cozaar (3,558 Milliarden Dollar 2008), das Asthma-Präparat Singulair (4,337 Mrd Dollar) und das Osteoporose-Mittel Fosamax (1,553 Mrd Dollar) sowie der Krebsimpfstoff Gardasil (1,403 Mrd Dollar).

Mitarbeiter
Merck & Co ist in mehr als 140 Ländern aktiv und hatte zuletzt rund 55.200 Beschäftigte.

Umsatz
Merck & Co setzte 2008 rund 23,9 Milliarden Dollar um.

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Initiative gegen Knochenschwund

Deutschland ist in puncto Osteoporosebehandlung Entwicklungsland. Nur ca. 20% aller Patientinnen und Patienten erhalten derzeit eine Therapie.

Rund die Hälfte haben trotz Therapie chronisch Schmerzen. Gut, wenn man weiß, was wirklich hilft.

In Deutschland gibt es viele verschiedene Ansätze zur Osteoporose-Therapie. Häufig werden Therapieformen, die sich eigentlich nur zur so genannten Basistherapie eignen, als alleinige Behandlung empfohlen:

Kalzium und Vitamin D sind eine gute Basistherapie. Zur wirksamen Vermeidung von Brüchen werden allerdings zusätzliche Präparate benötigt, die den Knochenabbau aufhalten.

Bisphosphonate beispielsweise können den Knochenabbau aufhalten. Die Balance zwischen Knochenaufbau und -abbau kann dadurch wieder hergestellt und der Knochen gefestigt werden. Das Risiko von Brüchen kann so erheblich gesenkt werden.
Selektive Östrogenrezeptormodulatoren haben noch einige Wirkungen des Östrogens und können somit ebenfalls den Knochenabbau verlangsamen.

Ganz wichtig bleibt in jedem Fall die aktive Unterstützung der Therapie durch eine entsprechende Lebensweise. Mit gesunder Ernährung, Bewegung und viel frischer Luft und Sonne.

http://www.initiativegegenknochenschwund.de

Hintergrund

Warum Pharma auf Fusionen setzt

Hohe Entwicklungskosten, gedeckelte Gesundheitsausgaben und natürlich die Krise – Pharmakonzerne müssen effizienter werden und setzen dabei auf Übernahmen.

Schließlich verfügt die Branchenoch über hohe Barbestände, um diese Geschäfte finanzieren.
Besonders die steigenden Entwicklungskosten heizen das Fusionsfieber an. Hinzu kommt, dass immer mehr Staaten die Ausgaben ihrer Gesundheitssysteme deckeln. So leiden die Konzerne zwar auch unter der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, doch noch wesentlich mehr unter der wachsenden Konkurrenz durch Hersteller von billigeren Nachahmer-Medikamenten (Generika). Diese Unternehmen dürfen die günstigen Nachahmerpräparate auf den Markt bringen, sobald die Patente für die Originale auslaufen. Die Kosten für Forschung und Entwicklung der Arzneien tragen aber die Hersteller des Originalmedikaments.

Ein Ausweg aus der Misere sind Fusionen.
Denn Pharmaunternehmen müssen immer effizienter werden. So sind fast alle bekannten Schwergewichte des Marktes wie Pfizer, AstraZeneca, GlaxoSmithKline und Sanofi-Aventis durch Zusammenschlüsse entstanden.

In der jüngsten Vergangenheit wurden Übernahmen vor allem durch die hohen Aktienbewertungen der Unternehmen gebremst. Die Konzerne hatten sich daher auf kleinere Übernahmen und auf Partnerschaften konzentriert.

Doch als Ende Januar der Branchenprimus Pfizer zur Übernahme des Biotechnologie-Spezialisten Wyeth im Gesamtwert von 68 Mrd. $ angesetzt hatte, war dies ein Startsignal für die Pharma Branche.
Im Gegensatz zu den restlichen Industriezweigen verfügen viele Pharmakonzerne noch über hohe liquide Mittel, mit denen sie solche Geschäfte finanzieren können.

Strategie und Ziele

Merck & Co. stärkt mit Fusion das Onkologie Geschäft

Merck & Co. und Schering-Plough: Mit der geplanten Übernahme von Schering-Plough kann Merck & Co. vor allem in der Onkologie Wachstumspotenzial erschließen.

Durch die Fusion mit Schering-Plough steigt der US-Konzern Merck & Co zum zweitgrößten Medikamentenhersteller hinter Pfizer auf. Die neue Gesellschaft verdoppelt die Zahl ihrer Kandidaten im letzten Stadium der Entwicklung auf 18. Merck & Co. wird damit - wie auch schon Pfizer durch die Übernahme von Wyeth - in wichtigen Indikationen noch breiter aufgestellt sein als bisher.

Schering-Plough, das im Dezember die, so das Unternehmen, "beste Pipeline in seiner Geschichte" mit 46 experimentellen Wirkstoffen präsentiert hatte, verfügt allein über fünf potenzielle Blockbuster in Indikationen wie Thromboseprävention, Rheumatoide Arthritis, Morbus Parkinson, Asthma und Hepatitis C, bei denen bis 2013 mit einer Zulassung gerechnet werden kann.

 

Stärkeres Gewicht als bisher bekommt im neuen Konzern der Bereich Onkologie. Zwar macht er zunächst nur drei Prozent des gemeinsamen Umsatzes aus, aber in der Pipeline stecken interessante Produkte. Auf diesem Markt ist Merck & Co. derzeit nur mit dem Antiemetikum Emend® (Aprepitant) vertreten. In seiner Entwicklungspipeline hat der Konzern zum Beispiel Deforolimus gegen Weichteil- oder Knochensarkome in der klinischen Phase III sowie in Phase II je einen Wirkstoff gegen Sarkom und gegen kolorektalen Krebs.

 

Schering-Plough hat beispielsweise das pegylierte Interferon Pegintron® gegen Melanom in der Onkologie-Pipeline, außerdem einen CDK-Inhibitor, einen CHK-1-Inhibitor und Robatumumab, ein Anti-IGF-1R-Antikörper. Für sein umsatzstärkstes Krebsarzneimittel Temodal® (Temozolomid) gegen maligne Gliome hat Schering-Plough gerade in der EU die Zulassung für weitere Darreichungsformen erhalten: intravenös und als Sachets.

 

Auch die Neurologie soll in dem neuen Konzern zu einem tragenden Bereich ausgebaut werden. Schering-Plough bringt hier Saphris® (Asenapin) zur Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störungen ein, das sich in der EU im Zulassungsverfahren befindet. Außerdem wurde vor einigen Monaten Bridion® (Sugammadex) zur Aufhebung Op-bedingter tiefer neuromuskulärer Blockade eingeführt. Einige experimentelle Wirkstoffe sind außerdem gegen Morbus Parkinson, darunter Preladenant, und Morbus Alzheimer in der klinischen Entwicklung. Die neurologische Pipeline von Merck ist hier mit Produktkandidaten gegen Migräne und Schlafstörungen bestückt.

 

Wie Merck-Forschungschef Peter Kim vor Analysten gleich mehrmals betonte, bringe Schering-Plough mit der Onkologie und der Neurologie Bereiche ein, in denen Merck gerade dabei ist, seine Fähigkeiten aufzubauen. Damit könne Merck auch die Beziehungen zu den auf diesen Gebieten tätigen Ärzten stärken.


Die Wurzeln beider Unternehmen liegen in Deutschland

Merck & Co. und Schering-Plough haben deutsche Wurzeln. Sie entstanden Ende des neunzehnten Jahrhunderts als amerikanische Niederlassungen deutscher Unternehmen, zum einen der heutigen Merck KGaA, zum anderen von Schering (heute einer Tochter des Leverkusener Bayer Konzerns). Im ersten Weltkrieg wurde Merck, im zweiten Weltkrieg Schering in Amerika enteignet, seither gibt es außer der Namensähnlichkeit keine Verbindungen mehr zwischen den Unternehmen. In Deutschland firmiert Merck & Co. unter MSD Sharp & Dohme, Schering-Plough unter Essex Pharma.

 

Merck & Co. / MSD

Sitz: Whitehouse Station (USA); MSD: Haar bei München

Aktuelle Geschäftszahlen:

Umsatz 2008: 23,9 Mrd. US-$, 593 Mio. Euro in Deutschland

Gewinn 2008: 7,8 Mrd. Dollar

Mitarbeiter: weltweit: 60 000, in Deutschland: 1200

 

Schering-Plough

Sitz: Kenilworth (New Jersey, USA), Essex Pharma in Deutschland: München

Aktuelle Geschäftszahlen:

Umsatz 2008: 18,59 Mrd. US-$ Gewinn 2008: 1,75 Mrd. US-$

Mitarbeiter: weltweit: 50 000, in Deutschland: 1000

 

Inge Mannsbart, http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/?sid=536419

Info Website

Osteoporose, auch Knochenschwund, wird oft erst nach unerwarteten Knochenbrüchen entdeckt.

MSD Osteoporose

Informationen über das Krankheitsbild und moderne Therapieformen.

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Mit Rosi Mittermaier aktiv gegen den Knochenschwund.

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