Osteoporose Lexikon
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Aequivalent Gleichwertiges, gleichwertiger Ersatz.
Absorbieren Etwas aufsaugen; im übertragenen Sinn auch in Anspruch nehmen.
Alkalische Phosphatase Am Kalziumstoffwechsel beteiligtes Enzym der Leber.
Allergie Überempfindlichkeitsreaktion des Organismus, auf normalerweise harmlose Stoffe. Bsp. auf Allergene in der Luft, wie Pollen, Hausstaubmilben, Pilzsporen; in der Nahrung wie z.B. Milch, Mehl, Ei, Erdbeere, Schokolade, Nüsse; z.B. in Chemikalien (Cremes), in der Umwelt (Legierungen wie Nickel, Chrom).
Amenorrhoe Ausbleiben der Menstruationsblutung.
Aminobisphosphonat Moderne wirkstarke Bisphosphonate, die im Gesamtmolekül eine Stickstoff-(Amino) Gruppe eingebunden haben.
Anamnese Krankheitsvorgeschichte, z.B. frühere Krankheiten, Operationen, Medikamenteneinnahme. Der Arzt erfrägt im Anamnesegespräch mit dem Patienten die Informationen, durch die eine Krankheit festgestellt werden kann.
Anatomie Lehre vom Aufbau (Grösse, Struktur) des Körpers (der Organe).
Anatomisch Den Körperbau betreffend.
Androgene Männliche Hormone.
Antirheumatika, nichtsteroidale (NSAR) Zur Behandlung degenerativer Gelenkerkrankungen eingesetzte Medikamente, die kein Kortison (Steroide) enthalten.
Aromatasehemmer Das Enzym Aromatase bewirkt eine Umwandlung von Androgenen (der auch im Körper der Frau gebildeten männlichen Geschlechtshormone) in Östrogene in den Eierstöcken wie auch im Fettgewebe des Körpers. Aromatasehemmer behindern diese Umwandlung und führen bei Frauen nach dem Klimakterium zu einer wirksamen Verminderung der Östrogene.
Aut idem „Aut idem" (wörtlich: "oder das Gleiche"). Bedeutet, dass statt des verordneten Medikamentes ein anderes Medikament mit gleichem Wirkstoff ausgegeben werden kann.
Basisdiagnostik Für viele medizinische Erkrankungen gibt es eine Sammlung spezieller Untersuchungstechniken, die in der medizinischen Routine zur Erkennung (Diagnose) dieser Erkrankung angewendet werden und somit ein Fundament (Basis) für die Krankheitskennung bilden.
Befundung Die Beurteilung von medizinischen Messergebnissen durch spezialisiertes, medizinisches Personal. Als Ergebnis (Befund) kann z.B. dann eine Erkrankung ausgeschlossen oder nachgewiesen werden.
Benigne Gutartig.
Biomarker Bestimmte, natürliche Verbindungen im Körper, die auch auf das Fortschreiten einer Erkrankung hinweisen oder den Behandlungserfolg überwachen. Bestimmte Biomarker können Auskunft über den Verlauf der Osteoporose geben.
Biopsie Gewebeentnahme (vgl.
"Diagnostik")
Bisphosphonate Gruppe von Medikamenten, die im Molekül zwei Phosphatgruppen enthält, die in den Knochen eingebaut werden und vor allem den Knochenabbau gezielt hemmen und so einen Anstieg des Knochenmineralgehaltes erzeugen.
BMD Bone Mineral Density = Knochenmineraldichte.
BMI Body-Mass-Index, berechnet sich aus dem Körpergewicht (kg) dividiert durch das Quadrat der Körpergröße (m2). Die Formel lautet: BMI = Körpergewicht: (Körpergröße in m)2. Die Einheit des BMI ist demnach kg/m2.
Calcitonin Von der Schilddrüse gebildetes Hormon, das die Calciumfreisetzung aus dem Knochen hemmt.
Calciumbedarf Der tägliche Bedarf des Menschen an Calcium beträgt 1000 - 1500 mg.
Cholecalciferol Vitamin D3, wird in der Haut durch Sonneneinstrahlung gebildet und ist die Vorstufe des aktiven Vitamin D Hormons.
Compliance Bereitschaft des Patienten, Hinweise und Verordnungen des Arztes zu befolgen oder/und die Bereitschaft des behandelnden Arztes, sich individuell auf den jeweiligen Patienten einzustellen.
Computertomographie Röntgenuntersuchungstechnik mit Röntgenstrahlen - Schichtaufnahmeverfahren- zur direkten Darstellung von Weichteilstrukturen.
Cortisol Ein Hormon der Nebennierenrinde (gemeinsam mit Cortison auch Steroidhormone genannt).
Cross-link-Telopeptide Beim Knochenabbau werden Kollagenbruchstücke (siehe auch Kollagen) frei und im Urin und Serum nachweisbar.
Cushing-Syndrom Ist die Folge einer permanenten Kortison Überproduktion (primär) oder (sekundär) einer Langzeitbehandlung mit hohen Kortison Gaben.
D
DXA-Knochendichtemessung Röntgenmethode, misst die Absorption eines feinen Röntgenstrahls in verschiedenen Skelettbereichen und berechnet daraus die Knochendichte.
Dexamethason stark wirksames synthetisches Glucocorticoid.
Diagnostik Strategien und Verfahren, die zur ärztlichen Untersuchung bei einer Gesundheitsstörung angewandt werden (z.B. Biopsie, Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchungen u.a.).
Differentialdiagnostisch ist die Gesamtheit aller Diagnosen, die als Erklärung für ein Symptom (Krankheitszeichen) oder eine Kombination mehrerer Symptome möglich sind. Eine positive Diagnose wird gestellt, wenn die Symptome und/oder Befunde spezifisch für diese Diagnose sind. Weit häufiger ist die sogenannte Ausschlussdiagnose, bei der durch weitere Untersuchungen alle anderen in Frage kommenden Diagnosen ausgeschlossen werden.
Dysbalance Fehlfunktion.
E
Effizienz Wirksamkeit, Wirkungsgrad.
Eiweiß Eiweißkörper, Proteine sind hochmolekulare, organische Naturstoffe aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff. Sie sind die Träger der lebenden Substanz und Bausteine aller Organismen. Sie werden als essentielle Nährstoffe mit der Nahrung aufgenommen.
Endogen Im Körper selbst entstehend, mit einer inneren Ursache, anlagebedingt.
Erhaltungsdosis Die Menge und Konzentration einer Substanz/eines Medikamentes, die bei längerfristiger Behandlung eingenommen/verabreicht wird, um eine bestimmte erforderliche Konzentration der Substanz im Körper zu erhalten.
Exogen Durch äußere Ursachen entstehend, umweltbedingt.
Evidenz Deutlichkeit, Klarheit. Evidenz basierte Medizin (engl. EbM, Evidence based Medicine, „auf Beweismaterial gestützte Heilkunde“) ist jede Form von medizinischer Behandlung, bei der patientenorientierte Entscheidungen ausdrücklich auf der Grundlage von nachgewiesener Wirksamkeit getroffen werden. Der Wirksamkeitsnachweis erfolgt dabei durch statistische Verfahren.
EbM ist die „bewusste, ausdrückliche und wohlüberlegte Nutzung der besten Informationen für die Entscheidungsfindung über die Behandlung eines Patienten“.
F
Fakultativ Wahlfrei, unverbindlich.
Fluor Nichtmetallisches, chemisches Element grünlichgelber Farbe. In der Natur eigentlich nur in Verbindungen vorkommend. Spurenelement der Nahrung.
Fluoride Gruppe von Medikamenten, die die Neubildung von Knochensubstanz anregen. Fluoride unterstützen den Aufbau der Knochen- und Zahnsubstanz, verhindern die Bildung von Zahnbelag und härten den Zahnschmelz. Nur wenige Lebensmittel tragen zur Fluoridversorgung bei. Z.B. schwarzer Tee, Seefisch, Getreide, Fleisch, Leber und einige Mineralwässer.
Fluoridieren Etwas mit Fluor anreichern ( z.B. Trinkwasser, Karies Prophylaxe).
Fluorose Eine Erkrankung, die durch übermäßige Neubildung von Knochen gekennzeichnet ist. Sie wird durch eine stark erhöhte Fluoraufnahme hervorgerufen.
Fraktur Meist durch Sturz oder Krafteinwirkung verursachter Knochenbruch. Wenn der Knochen geschwächt, „porös“ ist, z.B. durch Osteoporose, lässt dies den Knochen leichter brechen, teilweise aus geringfügigem Anlass. Typische Bruchstellen sind die Wirbelsäule, die Hüfte oder das Handgelenk.
G
Generalisierte Osteoporose Osteoporose, bei der nahezu alle Knochen betroffen sind.
Genetisch Erblich bedingt.
Genetische Disposition Die ererbte "Anfälligkeit" einer Person, auf bestimmte (Umwelt-)Bedingungen in besonderer Weise, z.B. mit einer Erkrankung zu reagieren.
Gestagene Synthetische Hormone mit teilweise ähnlichen Eigenschaften wie das natürliche Gelbkörperhormon, das Progesteron = Schwangerschaftshormon, das der Entwicklung des Embryo dient.
Glucocorticoid-induzierte Osteoporose durch Cortisonbehandlung verursachte Osteoporose
H
Habitus Körperbeschaffenheit
High Turnover Hoher Knochenumsatz. Der Knochenabbau ist deutlich stärker als normal; der Knochenanbau kann vermindert, normal oder leicht erhöht sein. Gegenteil: Low Turnover.
Histologisch Das Gewebe betreffend, Histogenese = Gewebeentstehung, -bildung.
Hormon Eine chemische Substanz, die in einem bestimmten Organ erzeugt und vom Blut in einen anderen Körperteil transportiert wird, wo sie eine spezielle Wirkung ausübt.
HRT „Hormonersatztherapie“, Abk. für engl. „Hormon Replacement Therapy“, Behandlung von Frauen in/nach den Wechseljahren, bei der die fehlenden Geschlechtshormone medikamentös ersetzt werden.
Hyperkalzämie Unnormal erhöhter Kalziumspiegel im Blut.
Hypokalzämie Unnormal erniedrigter Kalziumspiegel im Blut.
Hypophosphatasie ist eine seltene, derzeit nicht heilbare angeborene Knochenstoffwechselstörung bzw. Stoffwechselkrankheit, die sich vor allem im Skelettaufbau manifestiert. Sie wird auch als „Rathbun-Syndrom“ oder „Phosphatasemangelrachitis“ bezeichnet und häufig mit anderen Krankheiten wie Rachitis oder Osteoporose oder der "Glasknochenkrankheit" Osteogenesis imperfecta verwechselt.
Das Enzym alkalische Phosphatase, das eine wesentliche Rolle beim Aufbau der Knochen spielt, wird in zu geringer Konzentration hergestellt oder/und zeigt zu wenig Aktivität.
I
Indikation Grund oder Umstand, eine bestimmte (ärztliche) Maßnahme durchzuführen.
Inzidenz Anzahl derjenigen Personen, bei denen in einem zuvor festgelegten Zeitraum erstmals eine bestimmte Erkrankung diagnostiziert wird = z.B. die Anzahl der Neuerkrankungsfälle (z.B. in Deutschland erkranken jährlich eine bestimmte Anzahl von Personen neu an Osteoporose).
Berechnung (Bsp.) : Anzahl der an Osteoporose neu Erkrankten : Gesamtzahl der beobachteten o. definierten Bevölkerungsgruppe x 100 ergibt in % die Zahl der Neuerkrankten im definierten Zeitraum (bspw. 1 Jahr). Maß zur Charakterisierung des Krankheitsgeschehens innerhalb einer bestimmten Population (Prävalenz).
Isometrische Übungen Muskelanspannung ohne Bewegungsanschlag.
K
Kalzitonin Hormon der Schilddrüse, das für den Einbau von Kalzium in die Knochen sorgt. Kalzitonin kann auch zur Behandlung der Osteoporose eingesetzt werden; hier lindert es z.B. bei Wirbelkörperbrüchen auch die Knochenschmerzen.
Kalzium Mineral, das etwa 1,5% der Körpermasse ausmacht. Das meiste Kalzium ist in den Knochen eingelagert und sorgt dort für deren Stabilität. Die ausreichende Kalziumzufuhr ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose. Kalzium kann z.B. als Brausetablette eingenommen werden, wenn der Kalziumgehalt der Nahrung nicht ausreicht.
Kalziumbilanz Kalziumhaushalt.
Klimakterium Wechseljahre der Frau – eine Lebensphase mit erhöhtem Osteoporoserisiko. Während einer Übergangsphase erfolgen die Regelblutungen unregelmässig, bis sie dauerhaft ausbleiben. Die wichtigste hormonelle Änderung in dieser Zeit ist der Rückgang des Östrogens, das in den Eierstöcken gebildet wird und den Menstruationszyklus regelt. Beim Einsetzen des Klimakteriums sinkt der Östrogenspiegel drastisch.
Knochenbiopsie Knochenentnahme. Sie wird eingesetzt zur weiteren Diagnostik seltener sekundärer Formen der Osteoporose, zur Klassifizierung einer Osteoporose in High- oder Low-Turnover-Osteoporose und zur Diagnostik von Osteopathien. Die Entnahme erfolgt bevorzugt am Beckenkamm.
Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) Röntgentechnisches Verfahren zur Messung der Dichte des Knochens (Kalksalzgehalts bzw. Knochenmineralgehaltes), um das Knochenbruchrisiko abzuschätzen.
Knochendichte oder Knochenmasse (auch Bone Marrow Density oder BMD) Wird meist mittels Knochendichtemessung (DXA-Verfahren: „Dual X-Ray Absorptiometry”) der Hüfte und Wirbelsäule gemessen. Diese exakte Bestimmung dauert üblicherweise weniger als 15 Minuten und die eingesetzte Strahlendosis ist nur sehr gering (bis zu 100-mal weniger als bei einer Standard-Röntgenaufnahme vom Brustkorb). Die BMD dient als Messgröße für die Knochengesundheit und zur Diagnose bei Osteoporose.
Knochenresorption Ein anderer Begriff für Knochenabbau. Die für die Knochenresorption verantwortlichen Zellen sind die Osteoklasten.
Kontraindikation „Gegenanzeige“, Grund/Umstand, der der angezeigten ärztlichen Maßnahme möglicherweise entgegensteht.
Kortison Ein körpereigenes Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird, und ein synthetisch hergestelltes Medikament, das zur Behandlung von entzündlichen und allergischen Erkrankungen und von Hormonmangelzuständen eingesetzt wird.
Kortison Körpereigenes Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird bzw. ein synthetisch hergestelltes Medikament, das zur Behandlung von entzündlichen und allergischen Erkrankungen und von Hormonmangelzuständen eingesetzt wird.
Kyphose Als Kyphose wird in der Fachsprache beim Menschen eine konvexe Krümmung der Wirbelsäule nach hinten bezeichnet. Ist sie unnatürlich stark ausgeprägt, spricht man auch von einem „Buckel“ (Rundrücken, Witwenbuckel).
L
Laborparameter Laborwerte.
Labormedizinische Diagnostik Die Labordiagnostik dient vor allem zum Ausschluss verschiedener Formen der sekundären Osteoporose und von differenzialdiagnostisch in Frage kommenden Osteopathien, z. B. der Osteomalazie. Erhöhte Parameter des Knochenabbaus im Blut und/oder Urin haben sich als unabhängige Risikofaktoren für Frakturen erwiesen.
Laktoseintoleranz Durch Laktosemalabsorption verursachte Beschwerden wie Blähungen, Durchfall, Übelkeit.
Laktosemalabsorption Durch vorübergehenden oder permanenten Mangel an Laktase verursachte Unfähigkeit des Körpers, Milchzucker im Dünndarm zu resorbieren; die unverdaute Laktose wird in der Folge im Dickdarm durch Darmbakterien mittels Gärung verstoffwechselt, was zu den Symptomen der Laktoseintoleranz führt.
Leptin Hormon, das die Aktivität der knochenaufbauenden Zellen hemmt und somit die Osteoporose fördert.
Lordose Hohlausbiegung der Wirbelsäule. Ist der medizinische Fachbegriff für eine nach vorne konvexe Krümmung der Wirbelsäule. Die entgegengesetzte Krümmung wird als Kyphose bezeichnet.
Low Turnover Geringer Knochenumsatz. Der Knochenaufbau ist dabei stark vermindert, der Knochenabbau normal oder leicht vermindert. Gegenteil: High Turnover.
M
Manifeste Osteoporose Deutlich erkennbare Osteoporose.
Maligne Bösartig.
Malignom Ungenaue Bezeichnung für eine bösartige Geschwulst.
Marker Kennzeichen (Laborwerte), deren Nachweis im Körper einen Krankheitszustand ist.
Menopause Aufhören der Regelblutungen in den Wechseljahren der Frau. Zeitpunkt der letzten spontanen Regelblutung (Menstruation), der ein Jahr lang keine weitere, von den Eierstöcken hormonell gesteuerte Blutung der Gebärmutterschleimhaut mehr folgt.
Prämenopause Abschnitt des Klimakterums (s.o.) vor der Menopause mit unregelmässiger Menstruation.
Postmenopause: Lebensabschnitt der Frau, der sich dem Klimakterium (s.o.) anschließt. Er beginnt ein Jahr nach der Menopause mit dem Eintritt in das Senium („Senium“ ist der Fachbegriff für das Greisenalter, dessen Beginn ganz individuell zwischen 60-80 Jahren liegt).
Metabolit Stoffwechselwirksame Substanz, deren Anwesenheit für den normalen Ablauf der Stoffwechselprozesse unentbehrlich ist ( z.B. Enzyme, Hormone, Vitamine).
Mikroarchitektur Feinstruktur.
Mineralisieren Einbau von Mineralstoffen in Körpergewebe.
Mineralstoffe Anorganische Elemente, Salze, die zum Aufbau des lebenden Organismus lebensnotwendig, essentiell sind, z.B. Kalzium, Natrium, Phosphor.
Mikrofraktur Bruch der Knochenbälkchen.
Mobilisieren Beweglich machen.
N
Neurologisch Die Nerven betreffend.
Nebenschilddrüse Auch Epithelkörperchen genannt, ca. linsengroß, an der Rückseite der beiden Schilddrüsenlappen, die Anzahl kann variieren. Sie produzieren das Parathormon oder Nebenschilddrüsenhormon, das zur Aufrechterhaltung eines konstanten Kalziumspiegels notwendig ist. Bei Überfunktion kann es zur Knochenerosion und Steinbildung in den Harnwegen kommen.
Nikotinabusus Nikotinmissbrauch.
O
Oberschenkelfraktur Bruch des Oberschenkels an seinem oberen Ende.
Orthese Speziell angepasstes Korsett zur Stabilisierung der Wirbelsäule.
Osteoarthrose Osteoarthrose ist eine Gelenkerkrankung, bei der sich die Gelenkknorpel aus unterschiedlichen Ursachen zurückbilden. Dadurch werden Gelenkbewegungen schmerzhaft. Zudem wird die Beweglichkeit der Gelenke mit fortschreitender Erkrankung vermindert (Endstadium: völlige Versteifung des betroffenen Gelenkes).
Osteocalcin Knocheneiweiß, wird von den Osteoblasten gebildet; kann im Blut als Marker für die Knochenneubildung bestimmt werden.
Osteodensitometrie Knochendichtemessung; Bestimmung der Knochendichte mittels bildgebender Verfahren. Sie kann röntgenologisch mittels DXA Messung (Abk. „Dual-Photonen-X-Ray-Absorptiometrie“) oder mittels quantitativer Computertomographie erfolgen. Die DXA geht mit einer geringeren Strahlenbelastung einher als die Computertomographie. Neuerdings werden auch Kernspinuntersuchungen oder quantitative Ultraschalluntersuchungen eingesetzt. Als anerkanntestes Verfahren gilt die DXA. Gemessen wird am Oberschenkelknochen, an der Lendenwirbelsäule oder am Unterarm (Speiche). Eine Osteoporose wird diagnostiziert, wenn der gemessene Wert den Durchschnittswert eines Gleichaltrigen um mehr als einen ganz bestimmten Referenzwert unterschreitet. Der Vergleich mit dem jungen Menschen wird als "T-Wert" der mit Gleichaltrigen als "Z-Wert" angegeben.
Östrogen Weibliches Geschlechtshormon.
Osteoblasten Knochen aufbauende Zellen. Osteoblasten sind Zellen, die für die Knochenbildung verantwortlich sind. Sie entwickeln sich aus undifferenzierten Mesenchymzellen, embryonalen Bindegewebszellen. Sie lagern sich an Knochen hautschichtartig an und bilden die Grundlage für neue Knochensubstanz, die Knochenmatrix. Bei diesem Prozess verändern sie sich zu einem Gerüst aus nicht mehr teilungsfähigen Osteozyten, das langsam mineralisiert und mit Kalzium aufgefüllt wird. Gegenspieler der Osteoblasten sind die Osteoklasten.
Osteoklasten Knochen abbauende Zellen. Osteoklasten bauen den Knochen ab. Es sind Zellen, die zum sogenannten mononukleär-phagozytären System (MPS) gehören. Ihre Hauptaufgabe ist die Resorption der Knochensubstanz. Gegenspieler der Osteoklasten sind die Osteoblasten. Osteoklasten geben Enzyme ab, die die kollagene Knochenmatrix auflösen. Die dabei freigesetzten Kollagenfragmente werden phagozytiert. Ihre Kapazität ist beachtlich: Ein Osteoklast kann die gleiche Menge Knochen abbauen, die 100 Osteoblasten in dieser Zeit aufbauen.
Eine vermehrte Osteoklastentätigkeit findet sich bei folgenden Krankheiten Osteoporose, Hyperparathyroidismus, Morbus Paget, Aseptischer Knochennekrose, Rheumatoide Arthritis.
Osteomalazie Osteomalazie ist durch mangelhafte Mineralisation der Knochensubstanz hervorgerufene Knochenerweichung beim Erwachsenen als Folge eines Minderangebotes von Kalzium, verursacht durch Mangel an Vitamin D.
Osteologe Ein auf osteologische Krankheiten, also Erkrankungen der Knochen bzw. des Skelettsystems, spezialisierter Arzt.
Osteopenie Vorstufe der Osteoporose Von Osteopenie (Knochenarmut) wird gesprochen, wenn die Knochendichte in begrenztem Ausmaß vermindert ist, jedoch nicht so stark, dass man dies schon als Krankheit bezeichnen würde.
Osteoporose „Knochenschwund“, Systemerkrankung des Skeletts mit Verminderung der Knochenmasse, Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochengewebes: Die Knochen werden brüchig und „porös“, daraus folgt ein erhöhtes Frakturrisiko.
P
Parathormon Das Hormon der Nebenschilddrüse, regelt den Kalziumhaushalt. Das Parathormon erhöht den Kalziumgehalt im Blut durch Abbau des Kalksalzes im Knochen und vermindert den Phosphatgehalt im Blut durch Ausscheidung von Phosphat im Urin.
Peak Bone Mass Maximale Knochendichte.
Phosphat Salz der Phosphorsäure.
Plasmozytom Tumor der sogenannten Plasmazellen vor allem im Knochenmark. Dadurch wird der Knochen an vielen Stellen "angefressen", vor allem an der Wirbelsäule, an den Rippen, am Brustbein und am Schädel.
Prophylaktisch Vorbeugend, Schutz gegen Erkrankung bietend.
Phosphor Muss mit der Nahrung aufgenommen werden. Der Tagesbedarf eines Menschen liegt bei 0,75 Gramm, die über Milchprodukte, Fisch, Fleisch, Brot aufgenommen werden. Phosphor ist wichtig für den Zahn- und Knochenaufbau: die Gerüstsubstanz von Knochen und Zähnen besteht hauptsächlich aus Hydroxylapatit. Phosphor spielt auch eine ganz entscheidende Rolle beim Energiestoffwechsel (aktivierte Zucker) der Zellen.
Prävalenz Prävalenz ist eine epidemiologische Kennzahl und sagt aus, wieviele Individuen einer bestimmten Population an einer bestimmten Krankheit erkrankt sind. Sie ist eine absolute Größe. Sie ermittelt sich aus dem
Quotienten: Anzahl der betroffenen Individuen in einer Population durch die Anzahl aller Individuen dieser Population (Inzidenz). Die Prävalenz wird für Deutschland zwischen 4 und 8% der Gesamtbevölkerung angegeben.
Prävention Vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung von Erkrankungen.
Prognose Voraussicht auf den Krankheitsverlauf, Heilungsaussicht.
Progression Fortschreiten von Krankheitsverläufen.
Prophylaxe Vorbeugender Gesundheitsschutz.
Periphere Frakturen Knochenbrüche am Oberschenkel, Unterarm, Handgelenk.
R
Rachitis Vitamin-D-Mangelerkrankung (Knochenerweichung), die auf eine Störung des Kalzium-Phosphat-Stoffwechsels beruht. Sie ist eine Folge von Vitamin- D - Mangel.
Radius Röhrenknochen des Unterarms; der Bruch des Unterarms (Radiusfraktur) kommt bei Osteoporosepatienten häufig als Folge eines Sturzes vor.
RANKL (Receptor Activator of NK-KB Ligand); Protein, das die knochenabbauenden Osteoklasten aktiviert.
Resorption Aufnahme von Stoffen aus dem Darm in das Blut.
Remission Unter Remission versteht man ein Zurückgehen einer Erkrankung. Es wird zwischen kompletter oder Vollremission und Teilremission unterschieden. Bei der Vollremission ist die Erkrankung mit den üblichen Diagnoseverfahren nicht mehr nachzuweisen, unter der Teilremission (oder partieller Remission) versteht man eine deutliche Besserung des Allgemeinbefindens, es sind aber nicht alle Messwerte oder Untersuchungsbefunde normalisiert.
Risikofaktor Risikofaktor ist der Einfluss, der mit dem Auftreten einer Erkrankung in engem Zusammenhang beobachtet wird. Ein Risikofaktor kann ursächlich mit der Erkrankung/Störung in Beziehung stehen.
Osteoporose Risikofaktoren sind ein fortgeschrittenes Lebensalter, der vorzeitige Eintritt der Wechseljahre, mangelnde körperliche Bewegung, Rauchen, ein hoher Alkoholkonsum, Untergewicht und eine kalziumarme Ernährung. Außerdem können verschiedene Erkrankungen und auch bestimmte Medikamente wie zum Beispiel Kortisonpräparate die Gefahr des Knochenabbaus steigern.
Rheumatoide Arthritis Auch chronische Polyarthritis, ist eine Form der Arthritis (Gelenkentzündung) mit Schmerzen, Schwellungen, Steifheit und in schweren Fällen mit Gelenkdeformationen. Sie ist eine Autoimmunkrankheit. Dabei wird körpereigenes Gewebe vom eigenen Immunsystem „angegriffen“. Ist der Knochen betroffen, spricht man von Osteoarthritis.
S
Sarkom Bösartige Veränderung des Bindegewebes; hierzu zählt auch das Osteosarkom (Knochenkrebs).
Sekundäre Osteoporose Osteoporose als Folge einer anderen Grunderkrankung, z.B. Darmerkrankungen, Nierenerkrankungen, Rheuma, Asthma.
Serm Abkürzung für "Selektiver Estrogen-Rezeptor-Modulator". Gruppe von Arzneiwirkstoffen zur Vermeidung des Knochenabbaus bei Frauen nach den Wechseljahren. "Estrogen" ist der englische Ausdruck für "Östrogen".
Schenkelhalsfraktur Bruch des Oberschenkelknochens an seinem oberen Ende. Häufiger vorkommender Bruch bei Osteoporose.
Schmerztherapie Wichtiger Bestandteil der Osteoporose-Behandlung. Denn nur bei ausreichender Schmerzlinderung kann der Betroffene sich bewegen und Krankengymnastik ausführen. Bewegung aber ist die Basis für das Eindämmen der Osteoporose. Die Schmerztherapie wird meist mit "nichtsteroidalen Antiphlogistika" wie z.B. Diclofenac vorgenommen. Bei schweren Schmerzen können Opiate notwendig sein.
Sinterung Unter einer Sinterungsfraktur versteht man ein langsames Zusammensinken des Wirbelkörpers aufgrund einer Knochentkalkung. Wirbelkörper nehmen an Höhe ab, dadurch wird das Körpermaß vermindert. Möglich als degenerativer Prozess, aber auch bei Osteoporose. Ein Sinterungsbruch ist als pathologische Fraktur anzusehen, ein gesunder Knochen gibt bei mechanischer Überlastung nicht in dieser Form nach.
Skoliose Dauerhafte Verkrümmung (Seitverbiegung) der Wirbelsäule.
Spezifisch Kennzeichnend.
Stabilisieren Festigen.
Stadieneinteilung der Osteporose (nach WHO)
Grad 0 (Osteopenie): Knochenmineralgehalt vermindert (T-Score: -1 bis -2,5), keine Frakturen
Grad 1 (Osteoporose): Knochenmineralgehalt vermindert (T-Score: <-2,5), keine Frakturen
Grad 2 (Manifeste Osteoporose): Knochenmineralgehalt vermindert (T-Score: <-2,5), 1 bis 3 Wirbelkörperfrakturen
Grad 3 (Fortgeschrittene Osteoporose): Knochenmineralgehalt vermindert (T-Score: <-2,5), multiple Wirbelkörperfrakturen, oft auch extraspinale (ausserhalb des Spinalkanals; im Spinalkanal befindet sich das Rückenmark, die Spinalnerven etc.) Frakturen.
Steroidosteoporose Durch Langzeitbehandlung mit Cortison verursachte Osteoporose.
Steroide In der Nebennierenrinde aus Cholesterin gebildete Steroidhormone (Glucocorticoide). Zu diesen gehören das körpereigene Cortisol und Kortison, das als Medikament gegen entzündliche und allergische Erkrankungen eingesetzt wird (z.B. Cortisol/Cortison).
Stimulieren Anregen.
Szintigraphie Bei diesem Verfahren werden spezielle radioaktive Substanzen in den Körper gespritzt, die sich in bestimmten Gewebearten anreichern. Dann wird die von den Substanzen abgegebene Radioaktivität mit einer besonderen Kamera aufgezeichnet und graphisch dargestellt. Durch die Untersuchung lassen sich Größe, Struktur und (teilweise) Funktion von inneren Organen beurteilen.
Tamoxifen Wirkstoff eines Medikaments, das die Hormonrezeptoren blockiert.
Testosteron Männliches Geschlechtshormon, das ebenso wie sein weibliches Pendant Östrogen den Knochenaufbau fördert. Testosteron wird bei nachgewiesenem Mangel ebenfalls zur Behandlung der Osteoporose eingesetzt.
Toleranz Im medizinischen Sinne das verminderte Ansprechen auf die Wirkung eines Medikamentes, das eine Dosissteigerung erforderlich macht, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
Totalendoprothese Eine Totalendoprothese (TEP) ist ein künstliches Gelenk.
Trabekel Knochenbälkchen - bildet die stabile, tragende Struktur des Knochens.
Trabekulär Bälkchenartig.
T-Score Wesentlicher Parameter einer Knochendichtemessung, beschreibt die Differenz des Patientenwertes vom Mittelwert gesunder junger Erwachsener. Nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO (Stadieneinteilung) besteht eine Osteoporose, wenn „die Knochenmineraldichte um 2,5 Standardabweichungen unter dem statistischen Mittelwert gesunder prämenopausaler Frauen liegt". Bezugswert ist die Knochendichte gesunder Menschen im Alter von 30 Jahren. In diesem Lebensalter findet sich die maximale Knochendichte (auch peak bone mass). Liegt der T-Score um 1,0 bis 2,5 Standardabweichungen unterhalb des Mittelwertes, kann man von einer Vorstufe der Osteoporose oder auch Osteopenie ausgehen. Bei einem T-Score, der mehr als 2,5 Standardabweichungen unterhalb des Mittelwertes liegt, handelt es sich definitionsgemäß um eine Osteoporose.
Tumor Unkontrolliert wachsende Zellwucherungen, benigne (gutartig) oder maligne (bösartig), die m gesamten Körper auftreten können.
U
Ultraschalluntersuchung Weit verbreitete Untersuchung zur Beurteilung von Körperorganen. Mit einem Schallkopf werden Schallwellen mit einer sehr hohen Frequenz (Ultraschall) in das Körperinnere gerichtet. Die Körperstrukturen reflektieren die Schallwellen – das Ergebnis wird auf einem Monitor angezeigt.
An der Ferse oder an den Fingern lässt sich auch eine Messung durchführen, um die Knochendichte zu messen. Diese Daten sind jedoch nicht sehr aussagekräftig und lassen allenfalls auf das generelle Risiko für Knochenbrüche (Frakturrisiko) schließen. Eine Osteoporose betrifft vor allem die Lendenwirbelsäule und den Oberschenkel.
Toleranz Im medizinischen Sinne das verminderte Ansprechen auf die Wirkung eines Medikamentes, das eine Dosissteigerung erforderlich macht, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
Totalendoprothese Eine Totalendoprothese (TEP) ist ein künstliches Gelenk.
Tumor Unkontrolliert wachsende Zellwucherungen, benigne (gutartig) oder maligne (bösartig), die im gesamten Körper auftreten können.
V
Vitamin D auch Calciferol, allgemeine Bezeichnung einer Gruppe verwandter Stoffe, z.B. Ergocalciferol (auch Vitamin D 2) und Cholecalciferol (auch Vitamin D 3), die mehrere lebenswichtige Funktionen im Körper erfüllen. Vitamin D regelt das Kalzium- und Phosphatgleichgewicht und unterstützt die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm und den Knochen- und Zahnaufbau zu. Ein Mangel führt zur Mineralisationsstörung (beim Kleinkind zu Rachitis, beim Erwachsenen zur Osteomalazie, Vitamin-D-Umwandlung in schematischer Form: Sonneneinstrahlung>Cholecalciferol ( = Vitamin D 3 ) in der Haut > Umbau in der Leber > 25-Hydroxycholecalciferol> Umbau in der Niere> 1,25-Dihydroxycholecalciferol ( = Vitamin D-Hormon = aktives Vitamin D = 1,25-Vitamin D 3 ).
Vitamin D-Metabolite, aktivierte Darunter versteht man Abkömmlinge von Vitamin D, die den Knochenstoffwechsel positiv beeinflussen und daher zur Behandlung der Osteoporose eingesetzt werden, vor allem dann, wenn die Osteoporose durch Kortisoneinnahme (sekundäre Osteoporose) entstanden ist.
Vertebrale Fraktur Wirbelkörpereinbruch, ein oder mehrere Wirbel betreffender Knochenbruch.
W
Wardsches Dreieck Skelettareal nahe des Oberschenkelhalses, das besonders häufig eine niedrige Knochendichte aufweist.
Z
Z-Score Messwert, der die Knochendichte des Patienten mit normalen Personen gleichen Alters und Geschlechts vergleicht. Der Z-Score ergibt sich aus der Standardabweichung der gemessenen Knochendichte vom Mittelwert einer Vergleichsgruppe mit gleichem Alter. Damit nimmt er einen anderen Wert an als der T-Score, der die Knochendichte des Patienten mit dem Durchschnittswert 30jähriger knochengesunder Erwachsener in Beziehung setzt.
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