Knochen sind keine Eiffeltürme!
Knochen sind Rohre und keine Eiffeltürme.
Kategorie: Gesundheit
MedUni Wien-Universitätsklinik für Orthopädie: Knochen sind keine Eiffeltürme
Mehr als 75 Millionen Menschen leiden in USA, Europa und Japan unter Osteoporose. Dabei handelt es sich um eine systemische Knochenerkrankung, charakterisiert durch niedere Knochendichte und Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochens, weshalb die Fragilität des Knochens zunimmt.
Hinsichtlich der Osteoporose scheinen diese Erkenntnisse sowohl eine Neudefinition als auch eine Revision des gegenwärtigen diagnostischen und therapeutischen Procederes erforderlich zu machen.
Osteoporose ist verantwortlich für mehr als eine Million „Hüftfrakturen“ weltweit pro Jahr. Die Diagnose und Therapie basiert auf der Knochendichtemessung, bei der hauptsächlich die Dichte der inneren schwammartigen, sogenannten trabekulären Knochen gemessen wird. Betreffend die Stärke des Knochens, die bone strength, wurde die Architektur des trabekulären Knochen am Oberschenkelhals oftmals mit dem technischen Aufbau des Eiffelturms verglichen und angenommen, dass die trabekuläre, also schwammartige, Struktur des Knochens zur bone strength beiträgt.
Studienergebnisse
An der Universitätsklinik für Orthopädie der Medizinischen Universität Wien haben Gerold Holzer, Gobert von Skrbensky und Lukas A. Holzer gemeinsam mit Wolfgang Pichl vom Institut für Materialphysik der Universität Wien nun ein Modell zum Vergleich der beiden Knochentypen, des trabekulären, inneren schwammartigen Knochens und des kortikalen, röhrenföhrmigen, äußeren Knochens entwickelt und ihr Verhältnis zueinander hinsichtlich der bone strength untersucht. Durch die Erzeugung von Frakturen an gepaarten Oberschenkelknochen von Kadavern, aus denen randomisiert aus jeweils einem Knochen eines Paares der innere schwammartige trabekuläre Anteil des Knochens vollständig entfernt wurde, konnte bewiesen werden, dass der komplette Verlust von trabekulärem Knochen zu einer vergleichsweise geringen Reduktion der bone strength führt (Der Unterschied zwischen beiden liegt bei durchschnittlich nur 7 Prozent). Wie die Ergebnisse dieser Studie, die kürzlich im „Journal of Bone and Mineral Research“ unter „Hip Fractures and the Contribution of Cortical versus Trabecular Bone to Femoral Neck Stability“ online erschienen ist, zeigen, sind vorrangig die kortikalen Knochen für unsere Knochenstärke verantwortlich, während die trabekulären Knochen ein Gerüst zu bilden scheinen, um große Oberflächen für eine rasche Verfügbarkeit von Mineralien und verschiedenen Zelltypen zur Verfügung zu stellen.
Hinsichtlich der Osteoporose scheinen diese Erkenntnisse sowohl eine Neudefinition als auch eine Revision des gegenwärtigen diagnostischen und therapeutischen Procederes erforderlich zu machen. Denn nun konnte bewiesen werden, Knochen sind Rohre und keine Eiffeltürme.
Anmerkung der Redaktion: Kritik an Versuchsanordnung von Rizzoli, Genf
Der Knochenspezialist René Rizzoli, Universitätsspital Genf, meint, dass die Studie für die Osteoporose-Forschung ohne Zweifel sehr interessant ist sei. Rizzoli teilt auch die Ansicht, dass die Spongiosa bei traumatischen Frakturen an den Extremitäten wahrscheinlich keine grosse Bedeutung hat. Nur werde dies mit der Wiener Arbeit nicht bewiesen. Rizzoli kritisiert vor allem die Tatsache, dass bei einem Sturz die Kraft nicht, wie in den Versuchen, von oben auf den Oberschenkelknochen einwirke, sondern von der Seite.
Mehr als 75 Millionen Menschen leiden in USA, Europa und Japan unter Osteoporose. Dabei handelt es sich um eine systemische Knochenerkrankung, charakterisiert durch niedere Knochendichte und Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochens, weshalb die Fragilität des Knochens zunimmt.
Hinsichtlich der Osteoporose scheinen diese Erkenntnisse sowohl eine Neudefinition als auch eine Revision des gegenwärtigen diagnostischen und therapeutischen Procederes erforderlich zu machen.
Osteoporose ist verantwortlich für mehr als eine Million „Hüftfrakturen“ weltweit pro Jahr. Die Diagnose und Therapie basiert auf der Knochendichtemessung, bei der hauptsächlich die Dichte der inneren schwammartigen, sogenannten trabekulären Knochen gemessen wird. Betreffend die Stärke des Knochens, die bone strength, wurde die Architektur des trabekulären Knochen am Oberschenkelhals oftmals mit dem technischen Aufbau des Eiffelturms verglichen und angenommen, dass die trabekuläre, also schwammartige, Struktur des Knochens zur bone strength beiträgt.
Studienergebnisse
An der Universitätsklinik für Orthopädie der Medizinischen Universität Wien haben Gerold Holzer, Gobert von Skrbensky und Lukas A. Holzer gemeinsam mit Wolfgang Pichl vom Institut für Materialphysik der Universität Wien nun ein Modell zum Vergleich der beiden Knochentypen, des trabekulären, inneren schwammartigen Knochens und des kortikalen, röhrenföhrmigen, äußeren Knochens entwickelt und ihr Verhältnis zueinander hinsichtlich der bone strength untersucht. Durch die Erzeugung von Frakturen an gepaarten Oberschenkelknochen von Kadavern, aus denen randomisiert aus jeweils einem Knochen eines Paares der innere schwammartige trabekuläre Anteil des Knochens vollständig entfernt wurde, konnte bewiesen werden, dass der komplette Verlust von trabekulärem Knochen zu einer vergleichsweise geringen Reduktion der bone strength führt (Der Unterschied zwischen beiden liegt bei durchschnittlich nur 7 Prozent). Wie die Ergebnisse dieser Studie, die kürzlich im „Journal of Bone and Mineral Research“ unter „Hip Fractures and the Contribution of Cortical versus Trabecular Bone to Femoral Neck Stability“ online erschienen ist, zeigen, sind vorrangig die kortikalen Knochen für unsere Knochenstärke verantwortlich, während die trabekulären Knochen ein Gerüst zu bilden scheinen, um große Oberflächen für eine rasche Verfügbarkeit von Mineralien und verschiedenen Zelltypen zur Verfügung zu stellen.
Hinsichtlich der Osteoporose scheinen diese Erkenntnisse sowohl eine Neudefinition als auch eine Revision des gegenwärtigen diagnostischen und therapeutischen Procederes erforderlich zu machen. Denn nun konnte bewiesen werden, Knochen sind Rohre und keine Eiffeltürme.
Anmerkung der Redaktion: Kritik an Versuchsanordnung von Rizzoli, Genf
Der Knochenspezialist René Rizzoli, Universitätsspital Genf, meint, dass die Studie für die Osteoporose-Forschung ohne Zweifel sehr interessant ist sei. Rizzoli teilt auch die Ansicht, dass die Spongiosa bei traumatischen Frakturen an den Extremitäten wahrscheinlich keine grosse Bedeutung hat. Nur werde dies mit der Wiener Arbeit nicht bewiesen. Rizzoli kritisiert vor allem die Tatsache, dass bei einem Sturz die Kraft nicht, wie in den Versuchen, von oben auf den Oberschenkelknochen einwirke, sondern von der Seite.
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