Vibration
Vibrationstrainingsgeräte
Der unbezwingbare Lance Armstrong stählte seine Schenkel für die Tour de France damit, Jennifer Lopez formt ihre erotischen Rundungen auf diese Weise, und der neunjährige Jan nutzt das neuartige Vibrationstraining, um seine Glasknochenkrankheit zu therapieren Focus Nr. 15, 2006
Beschleunigungstraining oder stochastisches Resonanztraining, auch Whole Body Vibration (WBV) genannt, ist eine Trainingsmethode, bei der die übende Person auf einer vibrierenden Platte steht, die in einem Frequenzbereich von etwa 5 bis 60 Hertz (Hz) vibriert. Dabei sollen Dehnreflexe der Muskulatur ausgelöst und Muskelkontraktionen hervorgerufen werden.Bei der verwandten Methoden der biomechanischen Stimulation (BMS) oder der biomechanischen Oszillation werden hingegen lokale Muskelgruppen direkt oder über die zugehörigen Sehnen mittels spezieller Vibrationsgeräte stimuliert.
Historie
Seit 1996 werden Geräte im freien Handel angeboten, auf denen der Trainierende stehen kann, und somit ein ganzheitliches Training, sowohl der Extremitäten als auch der Rumpfmuskulatur, ermöglichen. Für das Training mit dieser Gerätegruppe haben sich die Begriffe, Vibrationstraining, Beschleunigungstraining und stochastisches Resonanztraining etabliert.
Gerätevarianten
Es werden vertikal vibrierende Systeme (die gesamte Trittfläche bewegt sich auf und ab) und seitenalternierende Systeme (Funktion ähnlich einer Wippe) angeboten. Seitenalternierende Systeme, unterstützen einen Frequenzbereich von etwa 5 bis 35 Hz, vertikal schwingende Systeme einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 60 Hz. Technisch kann die Auslenkung mechanisch geführt werden oder es treibt eine exzentrische Masse die feder- oder gummigelagerte Trittfläche an.
Anwendung
Vibrationstraining wird in einer Vielzahl von Bereichen (Leistungssport, Fitness, Rehabilitation, Medizin, Vorsorge, Beauty) angeboten und zur Leistungssteigerung der Muskulatur und zur Verbesserung von Koordination und Gleichgewicht eingesetzt.
Berichte, Studien
In der Berliner BedRest Studie BBR Studie sollten Strategien erforscht werden, die dem Muskel- und Knochenschwund beim Aufenthalt im All entgegenwirken. Dazu war ein Teil einer Studiengruppe völlig immobil, ein Teil erhielt im Bett ein Muskel-Vibrationstraining. Ohne Training verloren die Probanden unter simulierter Schwerelosigkeit z.T. bis zu 30% Muskelquerschnittsfläche am Unterschenkel und durchschnittlich 4,6% Knochenmasse.
Aber: Die Muskulatur und der Knochen erholten sich nach der BedRest- Phase ziemlich zügig. Die Kraft kommt nach 7 bis 10 Tagen vollständig zurück – und das OHNE Training. Ergebnisse der Studie
Konsequenzen: Muskelkraft- und Koordinationstraing ist die wirksamste Prävention von Stürzen. Bei Osteoporosepatienten muss zur medikamentösen Behandlung immer ein dem Gesundheitszustand entsprechendes Krafttraining von Rumpf-, Becken-, Ober- und Unterschenkelmuskulatur dazukommen, um das Sturz- und damit Frakturrisiko zu vermindern. Weitere Berichte über diese Projekt ESA Ärzteblatt
Die Sturzgefahr nimmt im Alter naturgenmäß zu. Ziel der Physiotherpeutenarbeit ist, Muskelkraft, Muskelleistung und Balance zu verbessern Bericht
Wirkung
Zur Wirkung des Vibrationstrainings gibt es zahlreiche Studien mit widersprüchlichen Ergebnissen, meist an sehr kleinen Probanden- bzw. Patientengruppen. Frequenzen unterhalb von etwa 12 Hz sollen das posturale System (alle „Systeme“, die zur Aufrechterhaltung unserer Körperhaltung im Liegen, Sitzen, Stehen, Gehen und Laufen beitragen) anregen. Durch Vibrationen oberhalb einer Frequenz von etwa 12 Hz sollen Dehnreflexe ausgelöst und somit Muskelkontraktionen hervorgerufen werden, welche die Leistungsfähigkeit der Muskulatur steigern und dem Knochenabbau entgegenwirken sollen. Vibrationstrainingsgeräte sollen am Knochen zu leichten elastischen Verformungen führen und sein Wachstum stimulieren. Bereits fünf Minuten täglich sollen ausreichen, um dem Knochenschwund bettlägeriger Patienten über acht Wochen von 4,6 Prozent auf 0,6 Prozent zu reduzieren und den Muskelabbau zu verhindern.
Auszüge Wikipedia
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