Operative Verfahren
Moderne Therapieverfahren - Vertebroplastie und Kyphoplastie
Kommen operative Verfahren in Betracht, so ist häufig von zwei minimal-invasiven OP-Verfahren die Rede.
VertebroplastieProphylaktische Knochenzementstabilisierung von osteoporotischen Wirbelkörpern oder drohenden Wirbelkörpersinterungen ohne Ballonaufrichtung.
Kyphoplastie
Knochenzementstabilisierung von frischen osteoporotisch bedingten Wirbelkörperfrakturen (1-4 Wochen alt) oder prophylaktisch bei drohenden osteoporotischen Wirbelkörpersinterungen mit Ballonaufrichtung.
siehe auch: Filme in der You Tube Mediathek "Kyphoplastie"
Weitere Verfahren:
Spongioplastie: Sie ist im Vorgehen zwischen der Vertebroplastie und der Kyphoplastie angesiedelt: Es werden zwei Hohlnadeln (von rechts und links) seitlich in den Wirbelkörper eingebracht und nach Schaffung eines jeweils zylindrischen Hohlraums wieder etwas zurückgezogen. Dann wird zähflüssiger Knochenzement eingepresst, der durch seine höhere Viskosität in geringerem Umfang ungewollt in das umgebende Gewebe austreten kann.
Vesselplastie
Die Vesselplastie ist ein neueres Verfahren, welches ähnlich der Kyphoplastie einen Hohlraum im zusammengebrochenen Wirbel erzeugt. Vor dem Einbringen des flüssigen Knochenzements wird aber noch ein ballonähnliches Netz eingebracht, in das der Kochenzement injiziert wird. Dadurch soll ebenfalls das unerwünschte Austreten von Knochenzement aus dem Wirbel in das umgebende Gewebe reduziert werden.
siehe auch: Filme in der You Tube Mediathek "Vesselplastie"
Wirbelköperfrakturen stellen als Komplikation der Osteoporose ein besonderes Problem dar. Traditionellen Behandlungsmöglichkeiten sind aber Grenzen gesetzt. Bettruhe, Schmerzmedikamente und Stützkorsett gehören zur Standardbehandlung. Für die Folgeerscheinungen – Schmerzen und Deformität der Wirbelsäule, ausgeprägt als Rundrücken in Erscheinung tretend – gibt es oft keine umfassende Lösung.
Eine Wirbelköperkompressionsfraktur ist für jeden Patienten langfristig mit Folgen verbunden, ganz gleich, ob Schmerzen vorhanden sind oder nicht. Schon die erste Wirbelkörperfraktur verändert die natürliche Krümmung der Wirbelsäule und erhöht die Frakturgefahr um mehr als das Fünffache.
Bei der Kyphoplastie handelt es sich um ein neues Verfahren. Durch Einbringen eines speziellen Knochenzementes in den Wirbelkörper wird dieser mit diesem Material aufgefüllt und gefestigt. Mit dem Stabilisieren des gebrochenen Wirbelkörpers iste das Ziel, die oftmals unerträglichen Schmerzen der Patienten zu beheben oder aber zumindest gravierend zu lindern.
Daher ist eine Kyphoplastie auch nur dann geeignet, wenn die vom Patienten beschriebenen Schmerzen eindeutig auf den Wirbelkörperbruch zurück zu führen sind. Tatsächlich können viele Patientinnen und Patienten auf diese Weise von ihren Schmerzen befreit werden. Der Grund für die schmerzreduzierende Wirkung liegt möglicherweise darin, dass ein zusammengebrochener Wirbelkörper ständig weiter einbricht (= sintert), wodurch auch die empfindliche Knochenhaut des entsprechenden Wirbelkörpers immer weiter irritiert wird. Diese Irritation bereitet dann die Schmerzen.
Mit eine großen Anzahl erfolgreich behandelter Patienten verfügt Heidelberg nach eigenem Bekunden über eine besonders große Erfahrung mit der Kyphoplastie in Deutschland. Dort wird auch die weltweit erste und größte kontrollierte klinische Studie über Langzeitergebnisse publiziert.
Knochenzement (Bio)
Der bei der Kyphoplastie eingesetzte biologische Knochenzement besteht aus Hydroxylapatit, einem Calciumphosphatsalz von hohem Härtegrad. Es bildet den Hauptbestandteil der anorganischen Substanz in Knochen und Zähnen. Dieser Biozement wurde im Jahr 2001 weltweit erstmalig an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg für die Kyphoplastie eingesetzt.
Großer Vorteil des Biozements ist, dass er bereits bei Körpertemperatur fest wird, das Nachbargewebe geschont wird und er im Rahmen des normalen Knochenumbauprozesses durch normales Knochengewebe ersetzt werden kann. Diese Resorption stimuliert gleichzeitig die Bildung von neuer Knochensubstanz. Der Biozement wird von Blutgefäßen durchbohrt, um die sich neuer Knochen bildet. Alle bisher vorliegenden histologischen Untersuchungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Biozement im Laufe von Jahren durch körpereigenen Knochen ersetzt werden kann. Die Untersuchungsergebnisse haben weiterhin gezeigt, dass der erforderliche Knochenaufbau auch bei Osteoporose.schnell genug erfolgt.
Knochenzement (Kunststoff)
Auch Kunststoffzement kann bei einer Kyphoplastie eingesetzt werden. Es handelt sich dabei um PMM (Polymethylmetacrylat), besser bekannt als Plexiglas. Da Kunststoffzement unter Hitzebildung aushärtet, ist eine Schädigung der benachbarten Knochenzellen möglich. Allerdings hat man bisher gute Erfahrungen gemacht. Selbst wenn es zu kleinen Schäden kommen sollte, wird der geschädigte Knochenbereich ab- und wieder neu aufgebaut.
© 2008-2012 Osteoporose Portal



