Hintergrundinformation

Nahrungsmittelunverträglichkeit


Viele Menschen reagieren auf Milch, Obst und Brot mit Beschwerden. Macht denn unsere Nahrung krank?

Viele Menschen reagieren auf bestimmte Produkte mit Verdauungsstörungen. Die Diagnose „Nahrungsmittelunverträglichkeit" hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen.

Aber neben der Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) gibt es weitere Unverträglichkeiten, von denen ca. 20 Millionen Bundesbürger betroffen sind.

Obst
Ob man auf Fruchtzucker (Fruktose) mit Darmbeschwerden reagiert, ist eine Frage der Dosis. Dieser Zucker kommt in Obst und Fruchtsäften vor. Wegen seiner starken Süßkraft wird er auch zahlreichen Fertigprodukten, Fast Food oder Softdrinks zugesetzt.
Bei einer Unverträglichkeit ist der Transportmechanismus gestört, mit dem der Fruchtzucker vom Dünndarm in den Blutkreislauf eingeschleust wird. Die Fruktose gelangt in den Dickdarm, hier bauen sie die Bakterien ab. Dabei entstehen aber Darmgase, die Beschwerden verursachen.
Bei Beschwerden sollte man zunächst geraume Zeit kein Obst essen und mit kleinen Mengen Obst, das nur wenig Fruktose (z. B. Bananen, Grapefruits und Kiwis) enthält, ermitteln, was man verträgt. Nicht geeignet sind Äpfel, Birnen und Trockenobst.

Wurst
Bei der Unverträglichkeit von Histamin reichen die Symptome von Hautausschlag, migräneartigen Kopfschmerzen und Bluthochdruck bis zu Durchfall und chronischer Erschöpfung. Wobei man sich unsicher ist, ob es diese Unverträglichkeit überhaupt gibt. Aufschluss gibt ein Labortest , der die Aktivität des Enzyms Diaminoxidase bestimmt; ebenso wichtig ist ein Ernährungsprotokoll.
Sofern eine Histamin arme Ernährung mitunter eine Besserung der Symptome bewirkt, kann das ein Hinweis auf eine Histamin-Intoleranz sein. Betroffenen wird empfohlen, stark histaminhaltige Lebensmittel wie Salami, Meeresfrüchte oder Sauerkraut zu meiden.
Der Gehalt einzelner Lebensmittel schwankt erheblich, da Histamin ein Abbauprodukt ist, das entsteht, wenn Nahrungseiweiß sich zersetzt. Je weniger Zeit zwischen Kochen und Verzehren einer Mahlzeit verstreicht, umso weniger Histamin ist in dieser enthalten.
Besonders viel steckt zudem in reifen Käsesorten und in Rotwein. Menschen mit einer Intoleranz müssen auf histaminreiche Speisen nicht völlig verzichten, da es auf die verzehrte Dosis ankommt. Außerdem können Medikamente, sogenannte Antihistaminika, die Beschwerden lindern. Selbsthilfe

Getreide
Bei einer Zöliakie hilft leider kein Medikament, sondern nur eine lebenslange strikte Diät. Bei dieser Intoleranz - auch Sprue genannt - reagieren die Betroffenen überempfindlich auf Gluten.
Das Klebeeiweiß steckt in den meisten Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste oder Hafer. Wer an Zöliakie leidet, muss diese Lebensmittel, vor allem Brot, ganz weglassen, weil schon winzige Mengen Gluten heftige Beschwerden auslösen.
Dabei beginnt die Erkrankung schleichend und ruft eine Vielzahl von Symptomen hervor wie Verstopfung, Durchfall, Gewichtsverlust, Eisen-, Kalzium- oder Magnesiummangel. Weitere Informationen, Links